art._84_ammvo
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| art._84_ammvo [2026/08/17 21:59] – [2.1 Für eine engere Auslegung] marcel | art._84_ammvo [2026/08/17 22:37] (aktuell) – [2.1 Für eine engere Auslegung] marcel | ||
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| ==== - Für eine engere Auslegung ==== | ==== - Für eine engere Auslegung ==== | ||
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| + | === - OVG Mecklenburg-Vorpommern, | ||
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| + | **Leitsatz** | ||
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| + | Für das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedsstaats und zur Überstellung nach der Verordnung (EU) Nr. 2024/1351 greift die Übergangsvorschrift des Art. 79 Abs. 3 Unterabs. 1 Satz 2 Verordnung (EU) Nr. 2024/1348 nicht ein. | ||
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| + | Für eine Unzulässigkeitsentscheidung wegen der Zuständigkeit eines anderen Mitgliedstaats besteht seit dem 12. Juni 2026 keine Rechtsgrundlage mehr. | ||
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| + | Eine Überstellungsentscheidung ist nur noch nach Maßgabe von Art. 43 Abs. 1 Unterabs. 2 Verordnung (EU) Nr. 2024/1351 gerichtlich zu überprüfen. | ||
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| + | Das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen in Italien bringen für vulnerable Personen nicht die Gefahr einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung im Sinne des Art. 4 GRC mit sich. | ||
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| + | Die Abschiebungsanordnung ist unionsrechtlich eine Überstellungsentscheidung und innerstaatlich zugleich eine Vollstreckungsvoraussetzung. | ||
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| + | Rn. 20: | ||
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| + | Anwendung findet dagegen die Übergangsvorschrift des Art. 84 Abs. 2 Verordnung (EU) Nr. 2024/1351. Danach erfolgt die Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaats für einen Antrag auf internationalen Schutz, der vor dem 12. Juni 2026 registriert wird, nach den Kriterien der Verordnung (EU) Nr. 604/2013. Das sind die Regelungen der Art. 7 bis 15 im Kapitel III der Verordnung (EU) Nr. 604/2013, die die Kriterien zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaats nach dieser Verordnung bilden und ihrem Inhalt nach weiterhin Anwendung für die Bestimmung des zuständigen Mitgliedsstaats nach der Verordnung (EU) Nr. 2024/1348 finden, wenn der Antrag – wie im vorliegenden Fall – vor dem 12. Juni 2026 registriert worden ist. | ||
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| === - VG Bremen, Beschluss vom 27.07.2026, 3 V 2156/26 === | === - VG Bremen, Beschluss vom 27.07.2026, 3 V 2156/26 === | ||
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| + | === - VG Hannover, Urteil vom 12.06.2026, 15 A 6596/25 === | ||
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| + | Diese Entscheidung versteht die Übergangsregelung in Art. 84 Abs. 2 AMM-VO zwar auch in diesem engeren Sinne, will aber durch eine systematische Auslegung der AMM-VO im Gesamtgefüge des GEAS dennoch auch noch andere Regelungen der Dublin-III-VO weiter anwenden können. | ||
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| + | **Amtlicher Leitsatz** | ||
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| + | 1. Die Prüfung, ob die Zuständigkeit eines Mitgliedstaates für die Durchführung eines Asylverfahrens aus verfahrensbezogenen Gründen auf einen anderen Mitgliedstaat übergegangen ist, richtet sich für vor dem 12.06.2026 registrierte Asylanträge weiterhin nach Art. 3 Abs. 2 Dublin III-VO und nicht nach Art. 16 Abs. 3 Asyl- und Migrationsmanagementverordnung (VO (EU) 2024/1351; AMMVO). | ||
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| + | 2. Die Fristen für ein durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge an einen anderen Mitgliedstaat gerichtetes Aufnahmeersuchen, | ||
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| + | 3. Das Asylverfahren und die Aufnahembedingungen in Frankreich weisen für alleinstehende, | ||
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| ==== - Für eine weitere Auslegung ==== | ==== - Für eine weitere Auslegung ==== | ||
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| - | === - VG Düsseldorf, Beschluss vom 09.07.2026, | + | === - VG Aachen, Beschluss vom 14.07.2026, |
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| - | **Leitsätze:** | + | **Leitsätze** |
| - | 1. Der Übergangsvorschrift des § 87e Abs. 1 Satz 2 AsylG in der aktuell geltenden Fassung lässt | + | 1. Die Übergangsregelungen in Art. 79 Abs. 3 AsylVfVO und § 87e Abs. 1 Satz 2 AsylG beziehen |
| - | 2. § 29 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a) AsylG a. F. ist wegen der Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 603/2013 (Dublin III-VO) mit Wirkung zum 12. Juni 2026 in unionsrechtskonformer Auslegung dahingehend auszulegen, dass die Vorschrift nunmehr die Zuständigkeit eines anderen Mitgliedsstaates nach Maßgabe der Verordnung (EU) 2024/1351 (AMM-VO) voraussetzt. | + | 2. Der Erlass einer Abschiebungsanordnung gemäß |
| - | 3. Die Verweisung in der Übergangsregelung des Art. 84 Abs. 2 AMM-VO auf die Dublin III-VO erfasst | + | 3. Die Abschiebungsanordnung gemäß § 34a Abs. 1 Satz 1 AsylG stellt sowohl eine Überstellungsentscheidung als auch eine nationalrechtliche Vollstreckungsentscheidung dar. |
| - | 4. Es fehlt an hinreichenden Anhaltspunkten dafür, dass Italien an der seit Dezember 2022 praktizierten Weigerung, Überstellungen nach der Dublin III-VO | + | 4. Soweit die Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates gemäß Art. 84 Abs. 2 AMMVO nach den Kriterien |
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| + | 5. Asylverfahren und Aufnahmebedingungen in Finnland weisen keine systemischen Schwachstellen auf, die für den Antragsteller mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine unmenschliche oder erniedrigende Behandlung zur Folge hätten. | ||
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| - | === - VG Hannover, Urteil vom 12.06.2026, | + | === - VG Hamburg, Urteil vom 10.07.2026, |
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| - | **Amtlicher | + | **Leitsatz** |
| - | 1. Die Prüfung, ob die Zuständigkeit eines Mitgliedstaates für die Durchführung eines Asylverfahrens aus verfahrensbezogenen Gründen | + | Die Anwendung des § 29 Abs. 1 Nr. 1a) AsylG in der Fassung vom 23. April 2026 (BGBl. I Nr. 111, Seite 1; AsylG a.F.) auf Asylanträge, die vor dem 12. Juni 2026 gestellt wurden, ist weder national- noch unionsrechtlich ausgeschlossen. Die auf Grundlage dieser Vorschrift ergangene Unzulässigkeitsentscheidung kann ohne Verstoß gegen Unionsrecht als Überstellungsentscheidung im Sinne der Verordnung (EU) 2024/1351 (AMMVO) ausgelegt werden. Der in der Übergangsvorschrift |
| - | 2. Die Fristen für ein durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge an einen anderen Mitgliedstaat gerichtetes Aufnahmeersuchen, | + | Die gerichtliche Überprüfung sämtlicher Voraussetzungen der nach § 34a AsylG a.F. erlassenen Abschiebungsanordnung steht mit dem beschränkten gerichtlichen Prüfungsumfang des Art. 43 Abs. 1 AMMVO im Einklang, da die Abschiebungsanordnung |
| - | 3. Das Asylverfahren | + | Die Anordnung eines auf 60 Monate befristeten Einreise- |
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| + | === - VG Düsseldorf, | ||
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| + | **Leitsätze: | ||
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| + | 1. Der Übergangsvorschrift des § 87e Abs. 1 Satz 2 AsylG in der aktuell geltenden Fassung lässt sich entnehmen, dass für das Verfahren zur Prüfung von Anträgen auf Zuerkennung internationalen Schutzes, die vor dem 12. Juni 2026 eingereicht wurden, im Grundsatz das Asylgesetz in der vor dem 12. Juni 2026 geltenden Fassung (AsylG a. F.) anzuwenden ist. | ||
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| + | 2. § 29 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a) AsylG a. F. ist wegen der Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 603/2013 (Dublin III-VO) mit Wirkung zum 12. Juni 2026 in unionsrechtskonformer Auslegung dahingehend auszulegen, dass die Vorschrift nunmehr die Zuständigkeit eines anderen Mitgliedsstaates nach Maßgabe der Verordnung (EU) 2024/1351 (AMM-VO) voraussetzt. | ||
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| + | 3. Die Verweisung in der Übergangsregelung des Art. 84 Abs. 2 AMM-VO | ||
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| + | 4. Es fehlt an hinreichenden Anhaltspunkten dafür, dass Italien an der seit Dezember 2022 praktizierten Weigerung, Überstellungen nach der Dublin III-VO entgegenzunehmen, | ||
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| ~~socialite~~ | ~~socialite~~ | ||
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